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Am Eingang in das Bodetal bei Thale ragt zur linken Seite ein hohes Felsmassiv in die Lüfte, welches unter dem Namen „Hexentanzplatz“ bekannt ist.

Dort oben soll in uralten Zeiten ein böses Zauberweib, mit Namen Watelind, gelebt haben. Viele höllische Künste soll sie beherrscht haben und sie wurde als Oberhexe in der ganzen Gegend gefürchtet. Denn als Oberhaupt aller Hexen, war sie es, die alle Hexenversammlungen einberief und leitete. Und auch sie war es, die die mystischen Tänze einleitete und fromme Jungfrauen durch falsche und betrügerische Vorspiegelungen vom Weg der Tugend abbrachte, sie an sich lockte, ihren Zauber auf sie ausübte und sie letztendlich auch zu Hexen machte.

Grafik von Lisa BergDamals war das Christentum im Harz noch nicht weit verbreitet, es gab noch viele Leute, die öffentlich oder heimlich den alten Naturgöttern huldigten.

Damals – an einem schönen Sommerabend – ging eine fromme und liebliche Jungfrau aus Thale in den Wald, um heilsame Kräuter zu sammeln. Aus denen wollte ihre Mutter kräftige Medizin für die Kranken herstellen. Hulda, so hieß die schöne Jungfrau, hatte ihren Korb ziemlich voll, als die hereinbrechende Dunkelheit sie an den Heimweg mahnte. Da ging aber auch schon der Mond auf und es fiel ihr ein, dass im Mondschein gebrochenen Kräutern eine ganz besondere Heilkraft zugeschrieben wurde und so suchte sie weiter. Aber sie wusste auch, dass für diese besondere Kräuterleese spezielle Zaubersprüche gesagt werden mussten. Obwohl Hulda als gute Christin an Gott glaubte, dachte sie doch damit keine Sünde zu begehen, denn es war ja für einen guten Zweck! So begann sie fröhlich ihr Werk und bei jedem Kräutlein, das sie pflückte, murmelte sie ihre Zaubersprüche.

Auf einmal leuchteten ihr aus der Finsternis zwei große, gelb funkelnde Augen entgegen. Mit einem Angstschrei sprang sie auf und rannte so schnelle sie ihre Füße trugen in den Wald. Nachdem sie eine größere Strecke gelaufen war, blieb sie stehen und schaute sich ängstlich um. Da erblickte sie auf einer vom Mond beleuchteten kleinen Lichtung, die sie gerade überquert hatte, eine fürchterliche, riesige, schwarze Katze, welche ihr mit großen Sprüngen folgte. Wie wild begann sie wieder los zu laufen, doch schon nach kurzer Zeit hatte die Katze sie eingeholt und lief neben ihr her und eine heisere Stimme schrie ihr zu: „Jungfrau, es soll dir kein Leid geschehen, magst mir immer ins Auge sehen, für den Liebsten weiß ich ein schönes Kraut, wenn man ihm daraus ein Tränklein braut, so ist er dein für alle Zeit – sieht nie auf eine andre Maid! Doch musst die Seele du verschwören und mir für alle Zeit gehören!“.

Hulda hätte für ihr Leben gern das Kraut gewusst, das ihren Liebsten für ewig an sie bindet. Der war etwas flatterhaft und sie war um seine Treue stets besorgt. Aber dennoch blieb sie nicht stehen, sondern die letzten Worte des Tieres trieben sie zu noch größerer Eile. Denn sie hatte inzwischen vollständig die Orientierung verloren und wusste nicht mehr wo sie war.

 Da erkannte sie plötzlich, dass sie sich am Fuße des Hexentanzplatzes befand. Ehe sie sich recht besinnen konnte, schrie die große Katze neben ihr: „Nun bist du mein! Hier ist mein Zauberkreis, verfallen bist du mir mit Leib und Seele!“ Und statt der Katze stand plötzlich ein altes Weib mit gräulich-hässlichem Gesicht neben ihr. Aus den Augen der Alten schienen Flammen sprühen zu wollen. Im Nu hatte sie Hulda gepackt und wollte sie an ihren schönen blonden Haaren den Berg hinauf ziehen. Doch voller Abscheu stieß Hulda die alte Hexe von sich, bekreuzigte sich schnell und rief: „Jesus, mein Heiland, hilf meiner armen Seele!“.

Da brach urplötzlich ein Sturm los, die Äste krachten und die Bäume ätzen, Blitze fuhren hernieder und Donnerschläge erschütterten den Himmel. Die Hexe Watelind wurde von unsichtbarer Hand emporgezogen und mit gewaltiger Macht gegen einen Felsen geschleudert und augenblicklich zu Stein verwandelt. Dieser Felsen heißt noch heute „Hexengroßmutter“.

Hulda aber gelangte wohlbehalten nach Hause, wo sie von ihrer Mutter mit Freudentränen begrüßt wurde, weil sie schon gemeint hatte, ihrer Tochter sei ein Unheil widerfahren. An der Stelle aber, an der Hulda mit der Oberhexe um ihre Seele gekämpft hatte, steht heute ein Gasthaus, das „Zum Waldkater“ genannt wird. Und wenn man dort sitzt, bei Speis und Trank, dann erzählt einem die rauschende Bode noch viele Geschichten aus vergangenen Zeiten.   


gezeichnet von Lisa Berg

 
Sagen, Mythen und Legenden aus dem Harz, Bd. 3
Bernd Sternal (Autor), Lisa Berg (Autor + Zeichnungen)
Sagen, Mythen und Legenden - Band 3Unser dritter Band „Sagen, Mythen und Legenden“ unternimmt, wie seine Vorgänger, eine literarische Reise quer durch die Harzregion. Auch diesmal wird wieder von den Menschen der Region, von geschichtlichen Ereignissen, von der vielschichtigen Landschaft und von unerklärlichen Ereignissen und Begegnungen erzählt. Wir möchten bei der Lektüre Ihre Phantasie noch mehr anregen, denn die ist bei Sagen ein unentbehrliches Instrument. Daher hat die Illustratorin, nach Möglichkeit, die jeweiligen Handlungsorte, seien es Gebäude, Felsformationen o.a. in den Illustrationen noch intensiver bildlich dargestellt. Lassen Sie sich erneut entführen in eine alte, längst vergangene Zeit und freuen Sie sich schon auf den nächsten Band.
Gebundene Ausgabe: 29,90 €
148 Seiten mit 47 farbigen Illustrationen

Taschenbuch: 14,99 €
148 Seiten mit 47 schwarz-weiß Illustrationen

 
 
   

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